Was ist Feldenkrais?

„Wenn du weißt, was du tust, kannst du tun, was du willst.“

Davon war Moshé Feldenkrais überzeugt.

Als er sich in den 1950er Jahren am Knie verletzte und das nicht so recht besser werden wollte begann er, mit Bewegungen zu experimentieren.

Er wusste einiges über das Nervensystem und die menschliche Anatomie. Schnell war sein Forschergeist geweckt und er betrieb unermüdlich Studien mit Schülern und sich selbst. Nach und nach entwickelte er eine eigene, mega interessante und unglaublich wirksame Bewegungslehre.

Das ist die Grundidee: Man nimmt die eigenen Bewegungen sehr intensiv wahr und experimentiert und spielt ein bisschen damit herum. Und schon ergibt sich wie von selbst die individuell richtige Bewegung. Dabei gibt es kein Falsch oder Richtig. Jeder Mensch soll der Erforscher seines eigenen Körpers werden und den eigenen Weg in eine leichtere Bewegung finden.

Die Organisation des menschlichen Skeletts muss eine bestimmte Ordnung haben, damit es stabil ist und gut funktioniert. In den Körpern der meisten Menschen ist diese Ordnung durch zu wenig Bewegung oder einseitige Belastung durcheinander geraten.

Wir sind das total gewohnt und es ist uns überhaupt nicht bewusst. Und Gewohnheiten können sehr zäh sein. Wir halten daran mit aller Kraft fest. Wenn wir dann endlich mal loslassen, wird plötzlich viel Kraft freigesetzt. Dauerhaft verändern können wir aber nur etwas, wenn wir auch unser Bewusstsein verändern.

Feldenkrais war sicher, dass Bewusstheit über das was man tut – und vor allem wie man es tut – Freiheit, Kontrolle und Veränderung bringt. Deshalb heißen die Feldenkrais-Gruppenkurse auch: Bewusstheit durch Bewegung (Awareness through movement).

„Die Feldenkrais-Methode schaltet sich in den Teil des Gehirns ein, der die Muttersprache der Bewegung beinhaltet“, schreibt Jeremy Krauss, der noch bei Feldenkrais selbst gelernt hat. Wie ein zweijähriges Kind müssten wir lernen, Bewegung mit unserem Denken und Fühlen zu verbinden. Diese Fähigkeit verlören wir im Laufe des Lebens und deshalb merkten wir bisweilen auch gar nicht, dass sich „unser Körper im wahrsten Sinne des Wortes verschiebt“.